Rissige Hände vom Klettern: Magnesia, Reibung und was dagegen hilft
Klettern ist der Sport, bei dem die Haut Teil der Ausrüstung ist. Wer regelmäßig in der Halle oder am Fels ist, kennt beides: Hornhaut, die man braucht, und Risse, Flapper und aufgerissene Fingerkuppen, die einen für Tage ausbremsen. Der Unterschied zwischen belastbarer Haut und kaputter Haut ist fast vollständig eine Frage der Pflege zwischen den Sessions.
Was Magnesia mit der Haut macht
Magnesiumcarbonat hat genau eine Aufgabe: Feuchtigkeit binden. Das funktioniert an der Hand so gut wie gedacht — und hört nach der Session nicht auf.
- Es trocknet weiter. Rückstände in Hautfalten und unter den Nägeln ziehen auch nach dem Training Wasser aus der Hornschicht.
- Trockene Hornhaut reißt. Feuchte Hornhaut ist zäh und gibt nach. Ausgetrocknete Hornhaut ist spröde — und bricht an der Kante zur weichen Haut. Genau dort entstehen die tiefen Risse.
- Reibung kommt dazu. An Leisten, Slopern und im Riss arbeitet die Haut unter voller Last. Beim Bouldern kommt der abrupte Belastungswechsel dazu.
Der zentrale Punkt: Nicht die Hornhaut ist das Problem, sondern trockene Hornhaut. Ziel ist nicht, sie loszuwerden — sondern sie geschmeidig zu halten.
Nach der Session: waschen, nicht nur abklopfen
Magnesia gehört nach dem Klettern von der Haut. Lauwarm waschen, dabei auch zwischen die Finger und unter die Nägel — abklopfen reicht nicht, die Rückstände arbeiten sonst über Nacht weiter. Das 2-in-1 Hair & Body Wash löst Magnesia und Schweiß, ohne die Haut zusätzlich zu entfetten.
Direkt danach: Feuchtigkeit rein
Das Zeitfenster direkt nach dem Waschen ist entscheidend — auf leicht feuchter Haut zieht Pflege ein, statt obenauf zu liegen. Für die Hände ist eine Creme richtig, die einzieht statt zu fetten: die Silk Skin Hand Cream hinterlässt keinen Film, mit dem man nichts mehr anfassen kann.
Bei stark rissiger Haut lohnt es sich, abends dicker aufzutragen. Urea ist hier der entscheidende Wirkstoff, weil es Wasser in der Hornschicht bindet und verhornte Stellen weich hält — die Urea + Panthenol Body Cream lässt sich abends auf Handflächen und Fingerkuppen auftragen. Was Urea genau tut, steht im Ratgeber Urea-Creme: Wirkung.
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Hornhaut managen statt entfernen
Der häufigste Fehler ist, Hornhaut wegzuschneiden. Was bleibt, ist weiche Haut unter voller Last — die reißt beim nächsten Mal schneller. Richtig ist, sie flach zu halten:
- Kanten abtragen, Fläche lassen. Erhöhte Ränder und Wülste mit feiner Feile abflachen, solange sie noch keine Risse haben. Die flache Schwiele bleibt.
- Auf feuchter Haut arbeiten, nicht auf trockener — sonst reißt man mehr ab als geplant.
- Nicht am Trainingstag. Frisch gefeilt und dann an die Wand ist die zuverlässigste Methode, einen Flapper zu produzieren.
Wenn doch ein Flapper passiert
Bei einem abgerissenen Hautlappen: sauber waschen, den Lappen nicht abreißen sondern flach zurücklegen und abdecken — er schützt die Wunde darunter. Erst wenn die Haut darunter geschlossen ist, den trockenen Rest vorsichtig abtragen. Pflege kommt erst auf die geschlossene Haut, nicht in die offene Wunde. Und: ein paar Tage Pause an dieser Stelle sind schneller als drei Wochen mit immer wieder aufgerissener Haut.
Die Kletter-Routine
- Nach jeder Session: Hände lauwarm waschen, Magnesia komplett runter.
- Direkt danach: auf die leicht feuchte Haut Handcreme.
- Abends an Ruhetagen: dicker auftragen, bei rissiger Haut mit Urea.
- An Ruhetagen: Kanten feilen — nie am Trainingstag.
- Nicht: Hornhaut komplett entfernen, Flapper abreißen, mit offenen Stellen weiterklettern.
Wann zum Arzt?
Wenn ein Riss oder eine offene Stelle sich rötet, anschwillt, pocht oder Eiter zeigt, ist das eine Infektion und gehört behandelt — Hände fassen an der Wand alles an, was vorher andere angefasst haben. Auch bei tiefen Rissen, die immer wieder an derselben Stelle aufgehen und nicht abheilen, lohnt der Arztbesuch. Beschwerden in Sehnen und Ringbändern sind ein anderes Thema und gehören ohnehin abgeklärt.
Kurz zusammengefasst
Magnesia trocknet weiter, wenn es drauf bleibt — also runterwaschen. Trockene Hornhaut reißt, geschmeidige nicht: nach jeder Session Feuchtigkeit rein, abends bei Bedarf mit Urea. Kanten feilen statt Schwielen entfernen, und nie am Trainingstag. Für den Rest nach dem Sport: Hautpflege nach dem Sport.
Häufige Fragen
Trocknet Magnesia die Hände aus?
Ja, und zwar auch nach der Session. Magnesiumcarbonat bindet Feuchtigkeit – Rückstände in Hautfalten und unter den Nägeln ziehen weiter Wasser aus der Hornschicht. Deshalb gehört Magnesia nach dem Klettern lauwarm abgewaschen, nicht nur abgeklopft.
Soll man Hornhaut vom Klettern entfernen?
Nein. Nicht die Hornhaut ist das Problem, sondern trockene Hornhaut: Sie ist spröde und bricht an der Kante zur weichen Haut. Erhöhte Ränder und Wülste flach feilen, die Fläche stehen lassen – und nie am Trainingstag.
Was tun bei einem Flapper?
Sauber waschen, den Hautlappen nicht abreißen, sondern flach zurücklegen und abdecken – er schützt die Wunde darunter. Pflege kommt erst auf die geschlossene Haut. Ein paar Tage Pause sind schneller als drei Wochen mit immer wieder aufgerissener Haut.
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